„Ganz FRESCH“ – alles FRESCH?
Zu Genese, Konzept, Rezeption und Verbreitung der Freiburger Rechtschreibschule
DOI:
https://doi.org/10.21248/dideu.998Schlagworte:
FRESCH, Schriftspracherwerb, Rechtschreibstrategien, LehrwerkeAbstract
Die sogenannten FRESCH-Strategien sind in Lehrwerken und Unterrichtspraxis allgegenwärtig. Unter Einbezug eines Interviews mit einem der Erfinder:innen rekonstruiert der Beitrag die Anfänge der Freiburger Rechtschreibschule, arbeitet den Kern des originären, ursprünglich für die LRS-Förderung entwickelten Konzepts heraus und berichtet über seine überwiegend kritische Rezeption in der sprachdidaktischen Literatur. Anhand einer Analyse aktueller Lehrwerke wird aufgezeigt, dass zentrale Aspekte des originären FRESCH-Förderkonzepts (z. B. die Verbindung von Sprechen, Bewegung und Rhythmus als Mittel der kognitiven Entlastung) bei der Übernahme bzw. Adaption für den Regelunterrichtoftmals verloren gehen und FRESCH als Vermittlungsansatz einseitig auf die Nutzung bestimmter Rechtschreibstrategien reduziert wird. Vor diesem Hintergrund plädiert der Beitrag – auch mit Blick auf die bestehenden empirischen Forschungsbedarfe – für eine klare Differenzierung zwischen dem originären FRESCH-Konzept und seiner Umsetzung in Lehrwerken und Unterrichtspraxis.
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